Magnetstimulation, transkranielle

(engl. transcranial magnetic stimulation) Die transkranielle Mag­netstimulation (TMS) basiert auf dem Prinzip der magnetischen Induktion, das 1831 von Michael ­Faraday entdeckt wurde. Durch eine rasche Änderung eines sehr starken Magnetfeldes wird im Hirngewebe ein elektrisches Feld induziert, das einen Stromfluss erzeugt, der wiederum zur Depolarisa­tion von Neuronen führen kann. Die moderne TMS wurde 1985 von Barker als eine Methode der nicht­invasiven Stimulation des motorischen Kortex eingeführt. Die Anwendung rasch und regelmäßig aufeinander folgender Einzelstimuli wird als repetitive TMS (rTMS) bezeichnet. Von Untersuchungen am motorischen Kortex ist bekannt, dass niederfrequen­te rTMS hemmende und hochfrequente rTMS verstärkende Effekte auf die kortikale Erregbarkeit ­haben. TMS wird auch für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie der Epilepsie oder der Parkinson-Krankheit verwendet, ebenso in der Psy­chiatrie für die Therapie affektiver Störungen, v. a. der Depression.