Zilien

(engl. pl. cilia) Allgemein ist ein Zilium ein härchenförmiger Zytoplasmafortsatz einer eukarion­ten Zelle. Zilien befinden sich in verschiedenen ­Körperregionen und erfüllen jeweils spezifische Aufgaben: (1.) Feine, borstenartige Haare am Augen­lid, die Wimpern, schützen das Auge vor eindringenden Fremdkörpern. (2.) Die mikroskopisch ­kleinen, haarförmigen Fortsätze an den Hör- und Gleichgewichtszellen, die Hörhaare oder Stereo­zilien, ermöglichen das Hören und die Regulation des Gleichgewichtes. (3.) Die feinen Fortsätze der Riechzellen, die Riechhaare, sind mitbeteiligt an der Erfassung und Weiterleitung von Gerüchen. (4.) Die eigenbeweglichen Haare des Flimmerepithels, eines gefäßlosen Deckgewebes, das an seiner Oberfläche dicht mit Haaren besetzt ist, befinden sich im Uterus und im Eileiter. Das Flimmerepithel dient zur ­Weiterleitung der Eizelle vom Eileiter in den Uterus. Haarzellen sind sekundäre Sinneszellen, die keine eigenen Nervenfortsätze besitzen und von den jeweiligen afferenten Nervenfasern innerviert werden. Auf diese Weise übermitteln sie Informationen über den Erregungszustand der jeweiligen Region zum Zentralnervensystem.