Hyperpolarisation

(engl. hyperpolarization) Eine Hyperpolarisation meint eine Senkung des »normalen« Membranpotenzials, das sog. Ruhepotenzial, welches – abhängig vom Nervenzelltyp – bei einer Spannung von ca. –70 mV liegt. Durch diese Verschiebung auf einen größeren negativen Wert entfernt sich das Potenzial weiter vom Schwellenpo­tenzial von ca. –50 mV, das zur Auslösung eines ­Ak­tionspotenzials (AP) erreicht werden muss. Die Aus­lösung eines APs wird durch eine Hyperpolarisation unwahrscheinlicher, was z. B. durch eine inhibitorische Synapse erreicht wird. Die Hyperpolarisation ist zudem Bestandteil von Aktionspotenzialen. Während in der ersten Phase das Potenzial herab­gesetzt wird, also einen weniger negativen bzw. ­einen positiven Wert annimmt (Depolarisation, bis zu +30 mV), folgt nach der Repolarisation eine kurze Phase, in der die Zelle hyperpolarisiert ist (auch Nachpotenzial genannt). In dieser Zeit ist die Aus­lösung eines weiteren APs nur durch starke Reize oder gar nicht möglich ( Refraktärphase; Refraktärzeit, absolute und relative).